Die Dachsanierung unseres Vereinshauses war ein Projekt mit langer Vorgeschichte. Mehr als zwei Jahre lang wurden Möglichkeiten geprüft, Angebote eingeholt und Finanzierungskonzepte entwickelt. Vieles konnte durch kleinere Reparaturen noch hinausgezögert werden – doch die fachliche Empfehlung blieb eindeutig: Eine vollständige Erneuerung ist die nachhaltigste Lösung.
Als im April 2026 schließlich der Startschuss fiel, zeigte sich, wie wertvoll diese intensive Vorbereitung war. Innerhalb kurzer Zeit wurde mit großem Engagement umgesetzt, was lange geplant worden war. Zahlreiche Helferinnen und Helfer, fachkundige Unterstützung sowie eine starke finanzielle Basis trugen maßgeblich zum Gelingen bei.
Wie das Projekt im Detail ablief, welche Herausforderungen es gab und was die Dachsanierung für unseren Verein bedeutet, haben wir mit Sebastian Strübe besprochen.
Es gab bei diesem Großprojekt eher skeptische CVJM Mitglieder und andere, die immer die „Wir schaffen das“ Mentalität vertreten haben, so wie du. Woher kam dein Optimismus?
Sebastian: Ich glaube, um das zu verstehen, muss man den Spirit im CVJM und im Dorf erlebt haben. Extrem viele Menschen, die sehr engagiert und motiviert Ehrenamt leben. Menschen die wissen, dass es sich lohnt sich einzubringen, um etwas für die nächsten Generationen zu schaffen. Menschen mit den unterschiedlichsten Fertig- und Fähigkeiten. Die Machbarkeit dieses Projekts habe ich zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt.
Für alle, die keinen Drohnenblick auf das Dach haben: Was ist gemacht worden?
Sebastian: Es ist zuerst das Dach von einer Fachfirma abgedeckt worden. Dies war nötig, da das alte Dach asbestbelastet war. Anschließend wurde die Beplankung geprüft auf eventuelle Ausbesserungsmaßnahmen. Da dies nicht notwendig war, haben wir anschließend eine neue Lattung auf dem Dach angebracht. Parallel wurden die Dachrinnen erneuert. Anschließend wurden auf dieser Lattung die Sandwich-Paneele angebracht. Abschließend sind noch die Anschlussarbeiten wie Firstbleche und Ortgang angebracht worden. Von oben und außen sieht man jetzt nur noch die anthraziten Paneele und Bleche.
Solch ein Thema, bei dem ja auch Vereins-Externe involviert waren, ist sicher nicht auf Zuruf zu machen. Wie habt ihr euch organisiert?
Sebastian: Zu Beginn haben wir eine WhatsApp Gruppe erstellt, um uns zu organisieren. Hier sind alle eingetreten, die Interesse hatten, sich in das Projekt einzubringen. Anschließend haben wir das Projekt mit einem Kick-Off-Meeting gestartet. Das war Anfang 2024. Danach haben wir durch Gespräche mit Fachbetrieben und durch Recherche die technische Ausführung des neuen Dachs festgelegt. In der Phase haben wir viele unterschiedliche Ausführungen durchgesprochen und auch wieder verworfen. Um eine Vorstellung zu bekommen, wieviel Geld der Verein für das Projekt benötigt, haben wir Angebote von Fachbetrieben eingeholt. In die heiße Phase sind wir dann Ende 2025 eingetreten. Wir haben uns regelmäßig vor Ort getroffen und den Rest über WhatsApp geklärt. Der Datenaustausch hat über einen gemeinsamen Cloud Speicher stattgefunden.
Meilensteine haben wir uns zumindest zeitlich keine gesetzt. Alle, die an dem Projekt und der Vorbereitung beteiligt waren, haben sich der Aufgabe ehrenamtlich gewidmet. Uns war eine produktive Atmosphäre ohne Stress und Druck wichtig, da sonst der Spaß verloren geht. Vielleicht hat deshalb das ein oder andere auch etwas länger gedauert.
Wenn du die Planung rückblickend betrachtest, wie viel Zeit und Nerven habt ihr dafür investiert?
Sebastian: In der Nachbetrachtung würde ich sagen: zu viel Zeit und zu viele Nerven! – In unserem ursprünglichen Projektteam waren wir alle fachfremd, sodass unsere Ausarbeitung auf Gesprächen mit Fachleuten sowie Online-Recherchen beruht hat.
Wir haben Ende letzten Jahres bei einem ortsansässigen Dachdeckerbetrieb angefragt, ob er Interesse habe, das Projekt gemeinsam mit uns durchzuführen. Wir wollten ursprünglich lediglich die fachlich anspruchsvolleren Arbeiten wie Dachrinnen und Anschlussarbeiten von einem Fachbetrieb durchführen lassen. Der Dachdeckerbetrieb hat uns daraufhin viel weitreichender unterstützt. Er hat bei allen Projektbesprechungen teilgenommen, uns unterstützt und fachlich beraten. Im Endeffekt hat er sich genau wie alle anderen komplett in das Projekt involviert und speziell die Durchführung verantwortlich übernommen. Das gilt sowohl für die fachliche Ausführung sowie für die Koordination.
War euch von vornherein klar, dass ihr genügend Helfer für die handwerkliche Umsetzung haben würdet?
Sebastian: Dahingehend haben wir uns eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Während der letzten Jahre haben bei den Märkten sehr viele Menschen die Finanzierung dieses Projekts tatkräftig unterstützt, indem sie stundenlang in Verkaufsständen des CVJM gestanden haben, damit das Dach des Vereinshauses erneuert werden kann. Das zeigt, dass die Rüggeberger um den Wert des Vereinshauses wissen. Ob für den Bauspielplatz, die Jungschar, den Kindertreff, Son-Days, Miteinander oder als Ort für private Feiern: Hier hat das Dorf einen besonderen, großartigen Spirit.
Bei der Durchführung hat ein super engagiertes Team von jung bis alt mitgearbeitet. Zudem hat der Dachdeckerbetrieb für die Durchführung ein eingespieltes Team aus Freunden mitgebracht. Und auch für die Verpflegung war während der gesamten Bauzeit bestens gesorgt. Ein besonderer Dank gilt außerdem unseren Nachbarn, die die Baustelle, den Lärm und die damit verbundenen Einschränkungen sehr verständnisvoll und geduldig toleriert haben.
Verlief alles nach Plan oder gab es doch Überraschungen?
Sebastian: Für mich war die größte Überraschung, dass wir wesentlich schneller mit den Arbeiten fertig waren als geplant. Ich hätte nicht gedacht, dass das Projekt so reibungslos abläuft. Über die gesamte Durchführungszeit hat eine super Stimmung und ein großartiges Miteinander auf der Baustelle geherrscht. Hier waren definitiv die richtigen Leute mit der passenden Gabe an der richtigen Stelle.
Sind alle Arbeiten jetzt komplett erledigt?
Sebastian: Fast. Es fehlt noch die Beleuchtung für den Nottloher Weg. Im Zuge dessen wird dann noch die Unterdeckung an der Straße mit Blech verkleidet.
Mit einem Blick auf die finanzielle Seite der Sanierung: Sind wir im grünen Bereich geblieben?
Sebastian: Auch hier war das Projekt ein voller Erfolg. Wir sind wahnsinnig dankbar für die ganzen Spenden, die im Vorfeld für das Projekt eingegangen sind. Zudem haben wir im Vorfeld über die Einnahmen der Märkte Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben angespart. Der Gerüstbauer hat für das Projekt die Gestellung des Gerüstes gespendet. Der Dachdeckerbetrieb hat einen Großteil der Arbeiten unentgeltlich durchgeführt. Das alles ist absolut keine Selbstverständlichkeit. Hier merkt man einfach, dass es um mehr als nur einen Verein oder ein Gebäude geht. Es ist allen Beteiligten daran gelegen, die Infrastruktur in einen Zustand zu versetzen, dass den nächsten Generationen dieselben Angebote zur Verfügung stehen wie uns in unserer Kindheit und Jugend. Das ist ein Privileg.
Es ist kein Geheimnis, dass es durchaus noch einige Themen gibt, die auf der Wunschliste für ein noch zweckmäßigeres Vereinshaus stehen, wie beispielsweise der alte Holzboden.
Sebastian: Die Liste ist lang – Boden, Wände, Decke, Außenfassade, Schuppen, Elektrik. Im Spätsommer werden wir unsere Gruppe „CVJM Dach Vereinshaus“ vermutlich umbenennen, um das nächste Projekt anzugehen. Schritt für Schritt mit Spaß, Freude und einem großartigen Team.
Habt ihr geplant, die erfolgreiche Erneuerung des Dachs zu feiern?
Sebastian: Ja! Wir möchten alle Vereinsmitglieder, Helferinnen und Helfer, Spender sowie Interessierte am 28.06.2026 um 11:00 Uhr herzlich ins Vereinshaus einladen – zum gemeinsamen „Miteinander“ mit anschließendem Grillen.
Wer erst etwas später dazustoßen möchte, ist ab 12:00 Uhr ebenfalls herzlich willkommen. Über eine kurze Rückmeldung an Info@CVJM-Rueggeberg.de freuen wir uns, spontane Gäste sind aber natürlich genauso willkommen.
Wir freuen uns auf euch!






Fotos: Jacqueline Böhmer



