Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) Rüggeberg e.V.

Wenn die Fragen immer größer werden

Es gibt manchmal Zeiten, in denen es einfach guttut, mit jemandem zu reden, dessen Rat man schätzt. Ob ganz persönliche Themen oder Fragen über Gott und die Welt: In christlichen Gemeinden gibt es seit Jahrhunderten das Angebot eines seelsorgerischen Gesprächs. Das hat vielen Menschen geholfen, eine andere Sicht zu finden, frischen Mut zu schöpfen oder so die Bewältigung eines Problems zu schaffen.

„Seelsorge“ ist ein sehr alter Begriff, der nicht gerade modern klingt. Man denkt vielleicht zuerst an Notfälle, an Telefon- oder Krankenhausseelsorge. Und verbindet damit Themen, die zumindest jüngere Menschen eher weniger zu berühren scheinen.

Seelsorge hilft in der Begleitung von Lebenskrisen, bei Sinnfragen und Trauer und auch bei allen Fragen rund um Glaubensthemen. Das ist ein großes und wichtiges Gebiet, das heute eher selten angesprochen wird. Wer hätte, wenn man ehrlich zurück denkt, nicht schon einmal gerne den Rat eines anderen Menschen gesucht, sich aber einfach nicht getraut, jemanden anzusprechen? In unserer Zeit ist es so viel leichter, einen Beitrag auf Social Media zu posten oder eine Anfrage an die immer nett antwortende KI zu stellen als zu einem Menschen zu sagen: „Ich würde gerne einmal deinen Rat wissen.“ Viel zu groß ist die meist unberechtigte Barriere: „Was soll der oder die denn von mir denken?“

Und so versuchen viele, selber mit ihren Sorgen, Nöten, Zweifeln, Unsicherheiten, Ängsten, mit ihren Krankheiten, Leiden und Problemen fertig zu werden. Was tun, wenn die Welt sich scheinbar immer schneller dreht, und man nicht mehr mitkommt? Wenn im Glauben die Zweifel überwiegen? Wenn man unter der Unsicherheit über ein vielleicht falsch verstandenes Gottesbild oder eine schwierig zu verstehende Bibelstelle leidet?

Wir haben mit Bernd Otterbach über dieses Thema gesprochen.

Bernd: Es gibt viele Ereignisse, die unsere Seele schleichend oder auch traumatisierend krank machen. Das kann durch Worte geschehen, die verletzend sind, durch unverarbeitete Erlebnisse, durch die Aufnahme von destruktiven Bildern, durch Einsamkeit und Überlastung und vieles mehr. Manchmal sind es vielleicht auch Fragen, auf die ich keine Antwort finde, so zum Beispiel: Wie kann Gott dieses oder jenes zulassen?

Die Folgen reichen zum Beispiel von ständiger Unzufriedenheit, Mangelgefühlen, fehlendem Selbstwertgefühl oder Selbstvertrauen bis hin zum Burn Out, den viele im Beruf erleben. Aber es sind nicht nur die tief belastenden, heftigen Ereignisse und Schmerzen, welche die Seele des Menschen leiden lässt. 

Vielleicht nehmt ihr euch einmal einen Augenblick Zeit, um zu überlegen, ob ihr euch innerlich frei und versöhnt fühlt, oder ob es etwas gibt, das wie eine unbearbeitete Wunde da ist. Es ist nicht gut, Belastendes einfach zu ignorieren.  

Was kann man tun, wenn man sich betroffen fühlt?

Bernd:  Aus meinem eigenen Leben kann ich berichten, dass Heilung und Entgiftung der Seele dort begonnen hat, wo ich im Gebet Dinge ausgesprochen habe, die mich belasten, verletzen oder negativ geprägt haben. Manchmal reichte ein Gebet, bei anderen Dingen war es ein langwieriger Prozess und manchmal brauchte ich auch Begleitung von Menschen, denen ich mich anvertrauen konnte.

Es gibt in unserem CVJM Menschen, welche die Gabe des Zuhörens und der Begleitung haben. Wichtig ist, dass ihr Vertrauen zu der Person habt. Gerne helfen wir euch, um gemeinsam den Richtigen oder die Richtige zu finden. Bitte sprecht mich an.   

Auch unsere Kirchengemeinde bietet ausdrücklich die Möglichkeit für persönliche Gespräche an, unsere Pfarrerin Szilvia Klaus und unsere Diakonin Anke Urban-Dornhoff stehen hierfür zur Verfügung.

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