Matthias Kleiböhmer (49 J.) ist bei vielen Christen im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis gut bekannt. Großveranstaltungen wie der Gospelkirchentag, der SPIRIT Kongress, das Stadionsingen in Bochum und Essen im Advent oder die Himmelwärts-Gottesdienste im Wittener Saalbau und die Worship-Cafés sind eng mit Kleiböhmer verbunden. Er ist seit 2009 bei der Creativen Kirche, seit der Pandemie als „Communitypastor“. Wer einige Veranstaltungen der Wittener besucht hat, ist meist angetan von der Professionalität einerseits und die Herzlichkeit andererseits, mit der die Crea große und gut besuchte Veranstaltungen durchführt. Das ist alles eine Spur größer, schöner, spannender, lebendiger, faszinierender als in vielen kleineren Gemeinden. Tolle Musik, prominente Gäste, perfekte Moderation, verbunden mit Inhalten, die die Besucher berühren und interessieren. Natürlich sind es die Menschen, die Macher der Creativen Kirche, die dafür verantwortlich sind. Viele kennen die musikalische Leiterin und Sängerin Miriam Schäfer mit ihren Musikern, Jan Primke, Torben Schmidt und eben Moderator Matthias Kleiböhmer, der so oft die sprichwörtlichen „richtigen Worte“ findet. Was macht den Erfolg der Creativen Kirche aus, Matthias?
Matthias: Wir machen Kirche für uns selbst und für Menschen, die uns nahestehen. Wir machen sie nicht für „alle“ oder für „irgendwen“. Wenn man die gleiche Musik gut findet ist die Chance relativ hoch, dass man auch andere gemeinsame Interessen hat. Manchmal fällt uns im Büro auf, dass wir zufällig an dem Tag dieselben Farben tragen. Das ist kein Zufall – das ist Gemeinsamkeit. So ist es auch mit unserem Gottesbild und der Art, wie wir Kirche erleben wollen.
Ihr arbeitet anders als zum Beispiel Großkirchen, die aus den USA nach Deutschland gekommenen sind.
Matthias: Wir versuchen, sehr professionell zu sein – aber auch sehr authentisch und herzlich. Unsere Gottesdienste sind nicht geprobt und könnten aus technischer Sicht noch „besser“ sein. Aber dann ginge für uns das Herz verloren.
Auf Insta schreibt ihr über euch: „Eine einladende & begeisternde Kirche im Hier und Jetzt.“ – Was heißt das?
Matthias: Wir befassen uns nicht mit den Fragen vergangener Jahrhunderte. Wir suchen nach Themen, die Menschen heute bewegen und suchen eine Antwort aus dem Evangelium. Wir geben Orientierung, ohne Menschen einzuengen. Wir machen am Sonntag die Musik, die wir auch unter der Woche hören. Und wir probieren viel aus. Veränderungen sind bei uns eher der Standard als die Ausnahme.
Als Auftrag definiert ihr: „Die gute Nachricht von der Liebe Gottes mit Musik weiterzugeben.“ Ist das auch der Grund dafür, dass ihr die „ev. Pop Akademie“ gegründet habt, an der man wie an einer Hochschule Musik studieren und einen beruflichen Abschluss machen kann?
Matthias: Genau. Wir sind Musikmissionare. Der Glaube ist eine sehr emotionale Angelegenheit und Musik ist die Sprache des Herzens. Um sie sprechen zu können, braucht es aber auch ein gewisses „Vokabular“. Das kann man uns lernen.
Wenn du die meist sehr bekannten Talk-Gäste für die Himmelwärts-Gottesdienste einlädst, wie gehst du dabei vor?
Matthias: Nicht alle sind bekannt. Die meisten haben eine interessante Geschichte und manchmal findet man einen Promi. Das hat vor allem mit Ausdauer zu tun und damit, sehr viel mehr Gäste anzufragen, als man Termine hat. Gregor Gysi habe ich damals bekommen, weil ich in einer Übertragung aus dem Bundestag sah, dass er ein iPad in der Hand hatte. Da habe ich ihm über den Facebook Messenger geschrieben – und er hat tatsächlich selbst geantwortet.
Noch viel schwieriger muss es sein, die Tourprojekte so zu konzipieren, dass ihr die größten Hallen im Land füllen könnt. Wie kommen solche Großveranstaltungen wie aktuell die „7 Worte vom Kreuz“, „Bethlehem“ oder „Judith und das Wunder der Schöpfung“ zustande? Viele sind in Kooperation mit erfahrenen Komponisten und Textern wie zum Beispiel Dieter Falk, Albert Frey oder Andreas Malessa entstanden. Aber wie gewinnt ihr das Gefühl und die Sicherheit, dass solch ein Thema funktioniert und ihr nicht am Ende vor leeren Hallen auftretet?
Matthias: Tja, das wüste ich auch gerne. Vielleicht so: Man hat eine Idee und fängt dann an, darüber zu reden. Wenn keiner nickt, war es eine schlechte Idee. Je mehr Türen sich öffnen, desto eher würde ich den Segen Gottes für dieses Projekt erwarten. Und dann muss man einen sehr langen Atem haben und sehr viele Gespräche führen.
Der 12. Gospelkirchentag steht vom 1.-3. Mai 2026 in Stuttgart in den Startlöchern. Was darf man von den drei Tagen in der Stadt erwarten?
Matthias: Das wird super! Wir haben rund 5.000 Sängerinnen und Sänger in der Stadt und einen neuen Rekord bei Dauerteilnehmenden. Es gibt Proben mit internationalen Top-Chorleitenden und ein riesiges Programm an Konzerten und Workshops. Das ist schon etwas ganz Besonderes.
Ihr intensiviert auch eure digitalen Aktivitäten auf den sozialen Kanälen und auf YouTube. Dort bist du mit vielen Videos wie etwa die Wohnzimmergottesdienste und „Auf‘n Kaffee“ zu erleben.
Matthias: Ja. Die Idee kam mir bei einem Spaziergang. Drei Tage später lud mich einer der Zuschauer zum Kaffee ein und sagte, er hätte sich nach dem Video für Jesus entschieden. Da musste ich weiter machen. Ich kann dadurch mit Menschen über den Glauben sprechen, mit denen ich das Thema sonst nicht anfangen würde. Ich denke dabei vor allem an meine Freunde und Bekannten – die meisten sind nicht gläubig.
Kannst du schon verraten, ob es einen SPIRIT Kongress 2027 geben wird, was euer nächstes Tourprojekt sein wird oder wie das Stadionsingen dieses Jahr aussehen wird?
Matthias: Uhh... An Spirit arbeiten wir, das wird es wieder geben, aber eher 2028. Unser neues Musical „Judith und das Wunder der Schöpfung“ hatte eben erst Premiere – das muss jetzt erst einmal laufen in der Tournee ab 2027. Allerdings arbeiten wir auch schon an den Werken danach – da verrate ich aber nichts. Und das Stadionsingen hängt immer an den Fußball-Vereinen. Ich sag mal so: Wir werden sehen, was nach dem Sommer so alles passiert.
Und lass uns noch einen Blick auf das Miteinander am 26. April bei uns werfen. Ohne zu viel zu verraten, worum geht’s?
Matthias: Ich spreche über das größte Rätsel des Lebens: die Liebe. Ich glaube, wir benutzen das Wort oft, ohne es wirklich verstanden zu haben. Da möchte ich mich auf den Weg machen mit Euch. Liebe können wir alle gebrauchen, oder?
Sonntagstreff Miteinander am 26.04.2026 im Vereinshaus Rüggeberg um 11 Uhr
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