Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) Rüggeberg e.V.

Die größte Baustelle in Ennepetal – der Bauspielplatz

Zumindest eine gute Woche lang ist der Bauspielplatz in Rüggeberg die größte Baustelle in Ennepetal. Am Freitag, den 17. Juli Punkt 14:00 Uhr geht es los: 25 Tonnen Holz werden von 220 Kindern zwischen 7 und 13 Jahren bearbeitet, so dass am Ende möglichst stabile und auch individuelle Hütten daraus entstehen. 25 Kinder zwischen 11 und 13 Jahren dürfen im Spezialbauteam mitarbeiten und ab wer älter als 14 Jahre ist, darf man als Helfer mitwirken. Damit diese Mammutaufgabe, die gerne als „BSP“ abgekürzt wird, gelingt, sind 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dabei, von denen die meisten die ganze Zeit bis zum Sonntag, den 26. Juli, das Projekt tatkräftig unterstützen. Das aber würde immer noch nicht funktionieren, wenn es nicht in der Küche im Vereinshaus weitere 30 Helferinnen gäbe, die nur für die Verpflegung zuständig sind: Die allseits bekannten „Küchenschaben.“

Wer beim BSP nur an Messen, Sägen und Hämmern denkt, übersieht leicht, wie viel mehr an Wissen, Soft-Skills und soziales Miteinander in diesen Tagen vermittelt wird. Da kommen die Thesen des Pädagogen Pestalozzi in Erinnerung, der eine ganzheitliche Erziehung von Kopf, Herz und Hand für alle Kinder forderte. Sein Lernverständnis: Erziehung muss gleichermaßen den Intellekt (den Kopf), die Moral und das Gefühl (das Herz) sowie die praktischen und handwerklichen Fähigkeiten (die Hand) umfassen. Grundlegendes, altes Wissen, aber nicht überholt – und eben hier auf dem Bauspielplatz zu erleben. 

Die jüngsten Informationen zum Bauspielplatz berichtet uns Fabian Beckmann, der zusammen mit Fabian Pampus, dem Konzeptentwickler Harald Marohn und einem zehnköpfigen Planungsteam den Bauspielplatz steuert. – Fabian, konntet ihr dieses Jahr allen Kindern zusagen?

Fabian: Leider mussten wir etwa 55 Kindern, die auch noch gerne dabei gewesen wären, absagen. Wir freuen uns natürlich sehr, dass unsere Aktion so gut ankommt, dass wir dieses Jahr über 270 Anmeldungen verzeichnen konnten. Aber die Verpflegungsmöglichkeiten und auch die Räume, die wir bei schlechtem Wetter nutzen können, setzen uns leider Grenzen. Es sind übrigens etwa 70 Kinder aus Rüggeberg und direkter Umgebung dabei, die anderen kommen aus anderen Ennepetaler Ortsteilen, auch aus Filde oder angrenzenden Stadtteilen von Breckerfeld. 

Und wie sieht es auf der Mitarbeiterseite aus, habt ihr genügend Helfer?

Fabian: Ein klares Ja. Wir haben die erfreuliche Situation, dass wir genügend Mitarbeitende für dieses Projekt zur Verfügung haben. 15 neue Helfer sind dieses Jahr dabei, die das altbewährte Team unterstützen. Das Team deckt eine schöne Altersstruktur von 14 bis 30 Jahre ab. So können wir auch neue Programmpunkte anbieten, gerade auch in der Zeit nach dem Mittagessen. Letztes Jahr gab zum Beispiel nach langer Zeit wieder die Möglichkeit, Schach zu lernen und zu spielen. Roland Krämer hat das eingeführt und wir haben dieses Jahr wieder mehrere Schachbretter vorgesehen.  

Ihr habt inzwischen Planung und Leitung der Veranstaltung breiter aufgestellt als früher?

Fabian: Der BSP ist über die Jahre unglaublich gewachsen. Wir haben inzwischen mehr Mitarbeiter als im ersten Jahr Kinder dabei waren. Das wirkt sich natürlich auch auf den Planungsaufwand aus. In unserem Planungsteam hat jeder seine eigenen Fachbereiche, wie beispielsweise Kiosk, Theaterstück, Erste Hilfe, Spezialbauteam oder Basteln. Das Team besteht aus Hannah Grandjean, Rabea Hustert, Jannica Beckmann, Lucas Fabelje, Jan Kliewe, Marc Osenberg, Tom Götte, Nick Lietz und Fabian Pampus. Wer auf gar keinen Fall fehlen darf ist natürlich Harald. Auch wenn Harald inzwischen nicht mehr „der Mann für alles“ ist, organisiert er immer noch das Holz und Material, und vor allem Zuschüsse und Spenden. Vor Ort kümmert er sich zum Beispiel wieder um die eigene, tagesaktuelle Zeitung des BSP. Und mit Blick auf die Küchenplanung für 300 Portionen pro Tag darf man auch Solveig Meder auf keinen Fall vergessen.

Gibt es auf dem Platz etwas grundlegend Neues?

Fabian: Nicht bei der Platzgestaltung und -aufteilung. Da haben wir ja letztes Jahr mit der Ankunft des neuen Containers die Platzaufteilung geändert, und die bleibt auch so. Aber wir haben ein breiteres Mittagsangebot mit einem neuen Ruheraum und wollen auch Wikingerschach und Basketball anbieten. Überhaupt haben wir bald das ganze Dorf eingebunden: Wir nutzen den Bolzplatz, den Sportplatz und auch den Schulhof der Grundschule.

Darf man denn schon das Thema des BSP 2026 wissen?

Fabian: Wir sind dieses Jahr thematisch im alten Ägypten, und dazu gibt es ein tägliches, etwa zwanzigminütiges Anspiel, für das ich die Texte beisteuere und auch selber mitspiele. So viel schon einmal: Es dreht sich um einen goldenen Skarabäus. Bei der Schatzsuche müssen die Kinder Papyrus-Rollen finden und die Schriftzeichen entschlüsseln. Dafür haben wir donnerstags vormittags und nachmittags zwei unterschiedliche „Suchtrupps“, die nach dem Alter der Kinder gestaffelt sind. Unser Theater-Team besteht neben mir aus Tom Götte, Fabian Pampus, Jannica Beckmann, Kira Freund, Emma Hauke, Nick Lietz und Joscha Knappe an der Technik. Wie immer spielen wir in der Kirche. Auch wenn das Theater faszinierend, bunt und fesselnd ist, wir nutzen die Kirche darüber hinaus auch für gemeinsames Singen, Beten und das Hören auf biblische Geschichten. 

Und damit auf dem Platz alles gut gebaut ist, gibt es auch wieder einen Hütten-TÜV?

Fabian: Definitiv! Inzwischen haben wir ein ganzes Team an Inspektoren. Dabei ist natürlich auch wieder Jürgen Burggräfe als „Alterspräsident“ und übrigens auch unsere Bürgermeisterin Imke Heymann, die uns inzwischen zweimal besucht: Zum Auftakt am Montag und eben zum Hütten-TÜV. Rund 80 Prozent der Hütten werden nach dem Bauspielplatz von den Familien privat weiter genutzt, In vielen Fällen übernehmen wir auch den Transport der Hütten. Das restliche Holz steht als Brennholz zur Verfügung. 

Erwartet ihr weitere Gäste?

Fabian:  Erfreulicherweise ja! Der BSP lässt alle, die mal mitgewirkt haben, wohl so schnell nicht los. Angekündigt haben sich, André Graf und Holger Möllenhoff, also unsere beiden ehemaligen Rüggeberger Pfarrer. André ist seit letztem Sommer nicht mehr in der Gemeinde in Windhoek, sondern in einer neuen Pfarrstelle wieder in Deutschland, in der Nähe von Bad Salzuflen. Holger kommt aus Waltrop zu uns. Beide wollen beim morgendlichen Impuls für das Team dabei sein, denn wir treffen uns ja schon eine halbe Stunde vor den Kindern zur Tagesplanung. Und vom CVJM Westbund hat sich Markus Rapsch angekündigt. – Ich hoffe, dass Holger den ganzen Tag bleiben kann, denn wenn er Lieder zur Gitarre spielt, sind die Kinder begeistert. Wir haben einmal die gleichen Lieder wie er zwei Tage später selber gespielt, und es ging voll in die Hose…

Es gibt aber doch sogar eine kleine BSP-Band?

Fabian: Ja klar. Und auch die wird immer größer und besser. Zusätzlich zu unserem bisherigen Gitarrenteam unterstützt jetzt noch unser neuer Presbyter Timo-Sven Johannisson täglich. An den Sonntagen ist neben unserem „Meister an der Klaviatur“, Thomas Wolff, auch Matthias Delamare an der Perkussion mit dabei. 

An den beiden Sonntagen gibt es Gottesdienste für alle, also auch für die Erwachsenen?

Fabian: Genau. Hoffentlich können wir die draußen auf dem Kirchhof feiern, denn letztes Jahr kamen insgesamt etwa 450 Teilnehmer. Am ersten Sonntag, also am 19. Juli, ist Richtfest, und die Kinder laden in ihre Hütten ein, mit vielen Süßigkeiten und Snacks. Neben Gesang und Theaterstück, hält Harald für die Erwachsenen eine kurze Andacht und dann treffen wir uns alle auf dem Gelände. 

Und wer nicht dabei sei kann, für den gibt es eine Video-Dokumentation wie 2023?

Fabian (lacht): Auf keinen Fall! Das war unglaublich viel Arbeit an Filmschnitt und Nachbearbeitung! Das Thema schieben wir lieber auf das nächste oder übernächste runde Jubiläum des Bauspielplatzes.  

Bauspielplatz Gottesdienste:
Richtfest, Sonntag, 19.07.2026, 11 Uhr
Abschlussfest, Sonntag, 26.07.2026, 11 Uhr

Fabian Beckmann
Fabian Beckmann

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